Es war einmal -

oder die Evolution unseres Vereins

Wie alles begann

Junger Verein mit “alter” Tradition - könnte man sagen - denn wir führen die Schützentradition in Weitefeld fort. Schon in den 20er bis 40er Jahren gab es bei uns einen Kleinkaliber-Schützenverein. Geschossen wurde damals im Schloß-Steinchen. Leider besitzen wir keine schriftlichen Aufzeichnungen aus dieser Zeit. Bei der Gründung 1964 waren 12 Personen und bei der Gründungsversammlung im Gasthof Gerhard waren 18 Personen anwesend. Das Gründungspapier war eine Papierserviette aus dem Gasthof Gerhard, nur weil der “Otto” kein Blöck´sche zur Hand hatte. Es wurde ein provisorischer Vorstand gebildet mit Georg Bocklet als 1. Vorsitzender, der mit Schriftführer Werner Rehm , dem Kassierer Horst Gerhard und den beiden Schießwarten Karl-Heinz Stein und Werner Stein den Schießbetrieb im alten Saal des Gasthof Gerhard aufnahm.

Seit dem 11.01.1965 ist der Verein Mitglied im Rheinischen Schützenbund und seit dem 29.11.1965 Mitglied im Landessportbund. Eintragung ins Vereinsregister am 04.11.1965. Die erste Jahreshauptversammlung fand am 13.03.1965 statt, allen Weitefelder wurde das durch die Ortschelle bekannt gemacht. Im alten Saal vom Gasthof Gerhard wurde ein provisorischer Luftgewehr Schießstand installiert, es fehlten einige Zentimeter an den erforderlichen 10m und entsprach nicht den Richtlinien, aber es konnte geschossen werden mit Luftgewehren. Luftgewehren? 

Wenn Sie fragen, wer das finanzierte, der Enthusiasmus der Ersten Mitglieder war so groß , dass auch keine Kosten und Mühen gescheut wurden, um die angefangene Sache zu verwirklichen. Die ersten Luftgewehre wurden vom Vorsitzenden Georg Bocklet und vom Vereinswirt Otto Gerhard gestiftet. Am 09.07.1965 war auch der Schießstand im Keller des Saal-Anbaus fertiggestellt, der entsprach nun den Vorschriften und gewährleistete eine einwandfreie Durchführung des Schießbetriebes. Dieser Schützenkeller war 25 Jahre lang die Heimat des Schützenvereins. Hier fanden manch schöne und gesellige Wettkämpfe statt, die Rundenwettkämpfe dauerten auch schon mal bis in den frühen Morgen. Unser Dank geht an die Familie Gerhard, die uns ihren Keller 25 Jahre als Schießstand zur Verfügung gestellt hat.

 

Der Schützenverein besitzt auch eine Fahne, das gehört sich so. Für die Fahnenweihe gab es ein großes Fest im Zelt vom 08. bis 10. Juni 1968. Die Fahne wurde dem Verein feierlich überreicht. Die ersten zwei Schützenkönige des Vereins waren Frauen, Elfi und Inge. Dann -im dritten Anlauf- endlich ein Mann: Hans-Erich (auch 1989 wieder König). Alle drei hatten etwas gemeinsam. Sie kamen nicht aus Weitefeld, sondern aus Niederdreisbach, Betzdorf und Wuppertal. Gut Ding will Weile haben, der 4. König ein Weitefelder: Erwin. Was die Alten können, bringen wir auch fertig, sagte sich die Jugend. Der erste Jungschützenkönig war Fred I. Seit dem 1. Königsschießen in 1970 wird natürlich jedes Jahr der Schützenkönig und der Jungschützenkönig ausgeschossen und feierlich gekrönt. Dies ist der gesellschaftliche Höhepunkt eines Jahres, die Königskrönung mit anschließendem Königsball. Hierzu besuchen uns auch die Nachbarvereine, zu denen wir freundschaftliche Kontakte pflegen und deren Feste wir selbstverständlich auch besuchen. Seit 1984 gibt es ein Kaiserschießen, die Schützenkönige des Vereins schießen den Kaiser aus. Seine Regentschaft dauerte bis 1999 noch fünf Jahre, ab 1999 nur noch drei Jahre. An dieser Stelle sei einmal allen Majestäten gedankt, die unseren Verein während ihrer 1-jährigen Regentschaft würdig vertreten haben.

Auf zu neuen Ufern - wir bauen uns ein Vereinsheim

Anfang 1990 wurde auf der Jahreshauptversammlung im Gasthof Gerhard beschlossen, den Schießstand-Neubau zu forcieren. Der Vorstand lies sofort die Zeichnungen erstellen, beantragte ein Grundstück bei der Ortsgemeinde Weitefeld und beantragte die entsprechenden Zuschüsse. Die Baugenehmigung wurde am 13.03.1990 erteilt. Aller guten Dinge sind drei, nachdem in den Vorjahren schon mal über einen Neubau nachgedacht wurde, die Grundstücke jedoch nicht geeignet waren, erhielten wir ein Grundstück in Erbpacht von der Gemeinde, direkt zentral am Festplatz gelegen. Nach Zuschußbewilligungen konnte begonnen werden. Am 08.06.1990 wurde Absperrband gekauft um die Baugrenzen festzulegen. Eine Rentnerband engagierte sieh enorm beim Aufbau des Schützenhauses, ein Spaziergänger kam nur einmal, das 2. Mal war er schon als Arbeiter engagiert, ob Vereinsmitglied oder nicht. Der Vorstand hatte fast immer nur für Nachschub an Material zu sorgen. Diese Eigenleistung war Spitze. Allen voran immer wieder unser Mitbegründer Werner Seibert.

In 1992 wurde wiederum ein Erweiterungs-Bauantrag gestellt, diesmal für einen kombinierten KK Stand 25m / 50m für Pistole und Gewehr Kaliber 22 lfB. Nach längerem Genehmigungsverfahren

wurde 1994 die Genehmigung von allen Beteiligten erteilt.

Diesmal dauerte die Bauphase etwas länger, die Rentnerband war nicht     mehr ganz so motiviert und die anderen Mitglieder mussten erst einmal von der Arbeit nach Hause kommen. Es war eine Feierabend- bzw. Samstag-Baustelle. Wie heißt es doch so schön: Gemessen an der Zahl der gesamten Mitglieder sind die IDEALISTEN für Arbeitseinsätze stets eine kleine Schar. Doch auch diese Baustelle wurde fertig. Es war geschafft, am 11.10.1996 wurde der     KK-Stand ohne Einschränkungen abgenommen. Jetzt konnte auch der       KK-Schießbetrieb (Gewehr und Pistole Kal. 22 lfB) aufgenommen werden.

 

Ein Schießstand mit modernster Technik und nach sicherheitsrelevanten Vorschriften war entstanden. Auf die Einhaltung der Auflagen zur Ausübung des Schießsports legen die Schießsport-Verantwortlichen selbst den größten Wert. Allen Helfern sei noch einmal ein Wort des Dankes gesagt. Vereinseigentum macht unabhängig, bringt jedoch auch Verpflichtungen mit sich, denn der Unterhalt der Anlage muß gesichert sein. Unsere aktiven Schützen im Jugend- und Seniorenbereich nehmen im Laufe eines Jahres regelmäßig an den Kreis-, Bezirks- und auch Landesmeisterschaften teil. Sie beteiligen sich mit den Mannschaften an den Rundenwettkämpfen und bei Pokalschießen. Im Pistolenbereich belegen unsere Schützen erste und zweite Plätze bei den Meisterschaften. Auch unsere Aufgelegt-Schützen heimsen Urkunden und Medaillen ein.

 

Die Pokale in unserem Schützenhaus sind der Beweis für das schießsportliche Können der Aktiven. Auch die Erfolge unserer Jugend können sich sehen lassen. Wichtiges Ziel unseres Vereins ist es, mehr Jugendliche an den Schießsport heranzuführen. Seit 2002 schießt unsere Jugend, beim Ostereierschießen, einen “Hasenkönig” für alle Jugendlichen aus (auch für Nichtmitglieder). Auch wenn unsere Schützen nicht immer unter den Erstplazierten sind, es zählt der Gedanke, “dabei gewesen sein” ist alles. Und bei den Meisterschützen wird der Ehrgeiz geweckt, was die anderen können, können wir auch und die paar Ringe Unterschied schaffen wir auch noch.

Wie geht es weiter?

In der Zwischenzeit haben wir auch unser Vereinsheim in diversen Etappen renoviert um dieses heller und freundlicher zu gestalten, aber auch um es auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten. Unterjährig sind wir mit der Pflege der Außenanlage beschäftigt. Auch unsere Sportgeräte konnten wir in den letzten zwei Jahren zum Teil erneuern. Dank der Förderung durch unseren Fachverband konnten wir uns auch ein Lichtpunktgewehr anschaffen und dies für unsere Jugendabteilung in Betrieb nehmen. Somit kann sich jedes Mitglied sicher sein, das wir alles daran setzten sowohl unser Vereinsheim als auch unsere Sportgeräte in gutem Zustand zu halten.

Nach zähem Ringen konnte das Schützenwesen einen weiteren Meilenstein erringen. Das Schützenwesen in Deutschland wurde in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen und wir sind ein Teil davon und mit unserem Verein registriert. Davon Zeugt das Schild im Eingangsbereich des Schützenhauses. 

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